Inferno. James Nachtwey.

Mittwoch, 15 Oktober 2008, 00:04 | Autor:

Vor einiger Zeit bin ich der Blogosphäre über einen Photographen gestolpert, welchen ich ebenfalls sehr verehre. Und nachdem mir Christoph auf meine Frage eine Antwort schuldig blieb, habe ich mich mal selber auf die Suche nach dem dort erwähnten Fotobuch gemacht und bin dann auch fündig geworden. Flugs in den USA bestellt und nach einiger Zeit schleppte der Postbote das Paket dann auch hoch zu mir. Schwergewichtig, allerdings nicht nur das Buch. Von James Nachtwey habe ich schon zweimal einen Austellung sehen können und bin jedesmal, wenn ich mit seinen Photographien in Berührung komme, gefangen, fasziniert und geschockt. Seine Bilder sind ein Abbild des Leidens, des Krieges, der Ausbeutung und der ganzen menschenmöglichen und unmöglichen Greuel. Aber in meinen Augen drücken alle Bilder eines aus: Respekt. Diese Photographie ist nicht sensationslüstern oder respektlos. Sie lässt den Abgebildeten die Würde. Aber trotzdem zeigen sie in teilweise brutaler Ehrlichkeit das Elend, welches menschengeschaffen ist. Und sie klagt auf anderen Bildern an, sie zeigt in einer Momentaufnahme den Wahn mancher dort abgebildeter Personen. Erschreckend.

Heute saß ich hier, betrachtete das Buch und dachte mir: Eigentlich sollte genau dieses Buch jedem Regierungschef und jedem Verteidigungsminister auf dieser Welt zum Amtsantritt geschenkt werden.

Wenn ihr euch Bilder anschauen wollt, so besucht seine Internetseite. Allerdings muss gesagt sein, dass diese Bilder eigentlich abgezogen und groß angeschaut werden wollen. Also besser wäre ein Besuch einer Austellung, wenn ihr mal die Chance dazu habt.

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5 Kommentare

  1. 1
    tidde 

    welche frage bin ich dir schuldig geblieben?

  2. 2
    Frank 

    @christian:
    Danke für den Link. Das mit der Würde muss ich widersprechen. Da sind
    Fotos bei, die lassen davon nichts mehr übrig (Finde ich auch richtig
    so). Aber das ist eben das ganze Leidwesen der Kriegsfotografie. Aber
    vielleicht meinst du das auch anders, müsste man mal drüber
    diskutieren.

    http://www.magnumphotos.com/ kennst du?

  3. @tidde:
    http://christophwilde.de/?p=131#comment-143
    Aber wie Du lesen kannst, habe ich mich schon selber eingedeckt ;)

  4. “Respekt” ist eine gute Beschreibung. Ich hab vor Jahren eine Fernseh-Doku gesehen, die ihn während seiner Reisen und beim Fotografieren zeigt. Was er gesehen hat und wie er mit den Menschen umging, werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

    Ich frag ich nur, wie er das alles aushält.

  5. 5
    tidde 

    @ christian:
    vielleicht solltest du deine fragen in zukunft konkretisieren :-D
    inferno ist ein sehr, sehr beeindruckendes werk.
    bei der kriegfotografie bewegt man sich auf einem sehr schmalen grad. bei allem respekt darf man nicht vergessen das mit diesen bildern geld gemacht wird. moralisch gesehen nicht immer einfach zu verstehen. jedoch glaube ich das james nachtwey das nicht des geldes wegen macht, sondern um der welt die “wirklichkeit” des krieges näher zu bringen, es zumindestens zu versuchen.
    @ Micha:
    Bei dem Film den du ansprichts handelt es sich vermutlicher weise um den film “war photographer” von christian frei.
    ein wirklich guter dokumentarfilm wie ich finde. die herangehensweise von james nachtwey ist wirklich beeindruckend. so ohne worte, nur mit körpersprache.
    ich glaube am ende des filmes wird er gefragt und er sagt selbst das ihn viele bilder verfolgen und ihm heute noch schlaflose nächte bereiten. vielleicht ist das der preis….

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