Zugegeben eine etwas wirre Überschrift. Aber ich erreichte heute, aus dem äußersten Westens Wuppertals einschwebend, den Robert-Daum-Platz. Und da durfte ich es in voller Pracht genießen: Die neue Ampelanlage! Ja, ich hatte sie schon vorher benutzt, allerdings war da noch die Tannenbergstraße gesperrt und die Sache somit ein wenig einfacher. Nun gut, ich entschloss mich also, die neue Anlage von vorne bis hinten, wie sich das für einen ordentlichen Bürger gehört, auszuprobieren. Also keine Abkürzungen, nur bei Grün die Strasse überqueren und so weiter und so fort. Das ganze haben mir ein paar Kids erleichtert, man ist ja gerne Vorbild. Und was sich mir dann in den folgenden 4-5 Minuten bot, war ein Bild des Grauens. Das ist ja wohl, mal milde formuliert, das allerletzte! Aber mit Ansage! Welcher Seppel hat sich denn diese Anlage, diese Schaltung und dieses Konzept überhaupt ausgesucht? Mir fehlen die Worte!

Als ich dann endlich nach zig Überquerungen, verzögert durch frisch auf Rot schaltende Ampeln und einigen innerlichen Flüchen (nein, nicht die anwesenden Kids betreffend) auf der anderen Seite – sprich Aue – angekommen war, wünschte ich mir die alte Unterführung zurück. Aber das war ja ein “Angstraum”. Ja, so wurde das betitelt, stellt sich mir nur die Frage: Angstraum für die Stadt? Oder für den Bürger? So lese ich, dass die Stadt für den Umbau 750.000 EUR ausgegeben hat – Ersparnis für Reinigung und Energie in der Unterführung: 18.000 p.a. Das sind weitere 41 Jahre Betrieb der Unterführung.
Nur so am Rande und nur wenn die Zahlen stimmen – das kann ich leider nicht verifizieren.
Wieso ist kein Geld in die Renovierung der Unterführung geflossen? Nebenbei bemerkt: Eine Unterführung mit einer (!) Rampe. Weg mit dem Angstraum – hin mit freundlichem und hellem Design, mit Kunst, mit Darstellung, mit Geschichte? Da wäre doch was gegangen – aber das ist nur meine Meinung.
Klar, 750.000 EUR investiert in die (hoffentlich) lokale Wirtschaft. Aber praktisch ist das nicht! Die Oma (oder Omma,
wie wir in Wuppertal sagen) wird es nicht in 10 Minuten über dieses Konstrukt von 2341 Verkehrsinseln mit 432 Fußgängerampeln schaffen. Danke, setzen, sechs!